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NachrichtenVon wha.tools14. Oktober 20267 Min. Lesezeit

Marketing über die WhatsApp Cloud API endet 2027: Was musst du tun?

Meta schreibt Entwicklern per E-Mail, dass Marketing-Vorlagen ab dem 13. Oktober 2027 nicht mehr über die Cloud API laufen. Danach gehen sie nur noch über die Marketing Messages API, einen eigenen Endpunkt. Service-, Utility- und Authentifizierungsnachrichten bleiben, wo sie sind. Was sich ändert, was die neue API kann (und was sie in Europa nicht kann) und was in den nächsten zwölf Monaten zu prüfen ist.

Meta verschickt an Entwickler und WhatsApp-Partner eine „frühe Vorankündigung“: Marketing-Nachrichten über die Cloud API werden am 13. Oktober 2027 abgeschaltet. Ab diesem Tag muss jede Marketing-Vorlage, die über die WhatsApp Business Platform rausgeht, über die Marketing Messages API for WhatsApp laufen (Meta kürzt sie mit MM API ab). Service-, Authentifizierungs- und Utility-Nachrichten funktionieren auf der Cloud API weiter wie bisher.

Die offizielle API teilt sich damit in zwei Teile. Marketing-Vorlagen bekommen einen eigenen Endpunkt, alles andere bleibt, wo es ist. Meta gibt Unternehmen bis zu zwölf Monate für die Umstellung und schätzt, dass die meisten Integrationen etwa zwei Wochen dauern.

Dieser Beitrag stützt sich auf die E-Mail und auf Metas Entwicklerdokumentation zur MM API, die wir am 14. Oktober 2026 gelesen haben.

Was sich ändert und was nicht

Beide APIs laufen auf demselben Graph-API-Server und nutzen dieselbe Telefonnummer. Anders ist nur der Endpunkt, den man aufruft.

NachrichtHeuteAb 13. Oktober 2027
Marketing-Vorlage (Angebote, Newsletter, Kauferinnerungen)Cloud API /messages oder MM API /marketing_messagesNur MM API /marketing_messages
Utility-Vorlage (Bestell-, Termin- oder Kontohinweis)Cloud API /messagesCloud API /messages, unverändert
Authentifizierungsvorlage (Einmalcodes)Cloud API /messagesCloud API /messages, unverändert
Service-Nachricht (freie Antwort im 24-Stunden-Fenster)Cloud API /messagesCloud API /messages, unverändert

Der Endpunkt /marketing_messages nimmt nur Marketing-Vorlagen an. Freitext und Utility-, Authentifizierungs- oder Service-Nachrichten, die dort ankommen, enden mit einem Fehler. Die Umstellung betrifft also nur Werbesendungen.

Für die kostenlose WhatsApp-Business-App, ein privates Konto oder Click-to-Chat-Links ändert sich nichts. Wer nicht sicher ist, was davon er nutzt, findet die Antwort in unserem Vergleich von API, Business-App und privatem Konto. Wer personalisierte wa.me-Links mit dem WhatsApp-Massenlink-Generator vom eigenen Handy verschickt, berührt die API gar nicht.

Was die Marketing Messages API ist

Neu ist sie nicht. Meta hat sie 2024 als „MM Lite“ gestartet, umbenannt und am 19. November 2025 für alle freigegeben. Laut Metas Dokumentation hat sie „ein ähnliches technisches Schema und dasselbe Abrechnungsmodell wie die Cloud API“, funktioniert mit vorhandenen Nummern und Vorlagen und sendet an https://graph.facebook.com/<Version>/<Nummern-ID>/marketing_messages. In Webhooks tragen so verschickte Nachrichten die Kategorie marketing_lite.

Metas eigener Funktionsvergleich nennt, was die MM API hat und die Cloud API nicht:

  • Qualitätsbasierte Zustellung: Meta berücksichtigt bei der Entscheidung über die Zustellung, wie viel Interesse eine Nachricht weckt. Im eigenen A/B-Test nennt Meta bis zu 9 % mehr zugestellte Marketing-Nachrichten als über die Cloud API.
  • Automatische kreative Optimierungen, noch in der Pilotphase und seit April 2026 standardmäßig aus: Meta kann ein Bild animieren, Text darüberlegen oder den Hintergrund austauschen, um mehr Klicks zu holen.
  • GIF-Header und Deep Links in Android-Apps in Marketing-Vorlagen.
  • Eine Gültigkeitsdauer (TTL) von 12 Stunden bis 30 Tagen, damit der Hinweis auf einen Flash-Sale nicht ankommt, wenn er vorbei ist. Die Cloud API erlaubt das nur bei Utility- und Authentifizierungsvorlagen.
  • Benchmarks, Empfehlungen und Conversion-Messung: Lese- und Klickraten im Vergleich mit ähnlichen Unternehmen der Region und Ereignisse wie „In den Warenkorb“ oder „Kauf“ nach einer Nachricht.

In Europa fallen die meisten Extras weg

Bevor man mit diesen Verbesserungen rechnet, sollte man schauen, wo die eigenen Kunden sind. Metas Tabelle zur geografischen Verfügbarkeit sagt: Für Nachrichten an oder aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, dem Vereinigten Königreich, Japan, Südkorea, Nigeria und Südafrika gibt es keine Zustelloptimierung und keine Klick- oder Conversion-Kennzahlen im Ads Manager oder in der Insights API. Die Basiskennzahlen bleiben im WhatsApp Manager.

Für ein Unternehmen, das Kunden in Deutschland, Österreich oder Spanien anschreibt, ist die Umstellung also vor allem ein Wechsel des Endpunkts. Deshalb versieht Metas E-Mail die Optimierungsfunktionen mit einem Sternchen.

Zwei weitere Einschränkungen gelten für alle WhatsApp-APIs für Unternehmen, nicht nur für diese. Marketing-Vorlagen an US-Nummern werden seit dem 1. April 2025 nicht mehr zugestellt (Fehler 131049), ein US-Unternehmen kann Nutzer in anderen Ländern aber weiter anschreiben. Und Unternehmen aus Kuba, Iran, Nordkorea, Syrien, Venezuela sowie den ukrainischen Regionen Krim, Donezk und Luhansk können sich gar nicht anmelden.

Das Sicherheitsnetz, das 2027 wegfällt

Manche Unternehmen sind schon umgestiegen, ohne es zu merken. Seit September 2025 nimmt der Endpunkt /marketing_messages auch Nachrichten von Unternehmen an, die den MM-API-Bedingungen nicht zugestimmt haben, und schickt sie stillschweigend über die Cloud API. Metas E-Mail nennt das Auto-Routing, und deshalb sieht bei einem Unternehmen, das sich nie angemeldet hat, nichts kaputt aus.

Dieser Umweg endet am 13. Oktober 2027. Danach hat eine Marketing-Vorlage eines Unternehmens ohne Zustimmung keinen Weg mehr. Die Arbeit hat zwei Teile:

  1. Das Unternehmen stimmt den MM-API-Bedingungen zu. Am einfachsten geht das im WhatsApp Manager, den Meta dafür empfiehlt. Partner können es auch über Embedded Signup erledigen oder über die Intent API, die allen Admins des Business-Portfolios eine E-Mail schickt und so lange erinnert, bis sie zustimmen oder ablehnen.
  2. Die Integration schickt Marketing-Vorlagen an `/marketing_messages`. Alles andere geht weiter an /messages.

Den Stichtag kann man jetzt schon proben. Seit April 2026 kann ein Unternehmen disable_marketing_messages_on_cloud_api auf true setzen, danach lehnt die Cloud API Marketing-Vorlagen mit Fehler 131063 ab. Für eine einzelne Nachricht blockiert "product_policy": "STRICT" den Umweg über die Cloud API. Beides zeigt schon heute, welche Sendungen im Oktober 2027 scheitern würden.

Vorlagen, die ihre Kategorie wechseln

Eine Vorlage behält ihre Kategorie nicht für immer. Wenn WhatsApp zu dem Schluss kommt, dass eine genehmigte Utility-Vorlage eigentlich Werbung ist, stuft es sie als Marketing um, und ab dann muss sie an /marketing_messages. Metas Routing-Anleitung verlangt, dass Integrationen eine aktuelle Zuordnung jeder Vorlage zu ihrer neuesten Kategorie pflegen und danach routen, nicht nach der Kategorie, die man beim Anlegen gewählt hat.

Das trifft genau die Nachrichten, die man für transaktional hält: eine Bestellbestätigung mit Rabattcode am Ende oder eine Terminerinnerung, die gleich den nächsten Termin vorschlägt. Eine umgestufte Vorlage wird außerdem zum Marketing-Tarif abgerechnet, der auf der aktuellen Preisliste in jedem Markt über dem Utility-Tarif liegt. Unser Beitrag zu den Preisänderungen vom Oktober 2026 nennt die aktuellen Utility-Tarife.

Was es kosten wird

Vorerst dasselbe. Marketing-Nachrichten über die MM API werden seit dem 1. Juli 2025 pro zugestellter Nachricht abgerechnet, wie bei der Cloud API, zum Marketing-Tarif des Empfängerlandes. Der WhatsApp-API-Preisrechner nutzt diese veröffentlichten Tarife.

Eine Preisänderung ist trotzdem unterwegs, und sie liegt nah am Abschalttermin. Meta führt auf der MM API einen Höchstpreis ein: Man legt eine Obergrenze pro Zustellung fest, und Meta berechnet „diesen Höchstpreis oder weniger“. Die Funktion ist im Oktober 2026 in die offene Beta gegangen. Laut Metas Preisdokumentation wird bei allgemeiner Verfügbarkeit, geplant für das zweite Quartal 2027, „der Höchstpreis in berechtigten Regionen Pflicht, und feste, veröffentlichte Tarife für Marketing-Nachrichten gelten nur noch auf der Cloud API“. Meta sagt nicht, welche Regionen berechtigt sind, und auch nicht, was dort die festen Marketing-Tarife ersetzt, wenn die Cloud API im Oktober 2027 kein Marketing mehr transportiert. Sobald Meta das veröffentlicht, ergänzen wir es in der Preisänderungs-Historie.

Was in den nächsten zwölf Monaten zu tun ist

Wer über einen Anbieter wie Twilio, 360dialog oder Wati sendet, überlässt den Großteil der Endpunkt-Arbeit dem Anbieter. Frag nach, wann dessen Integration Marketing-Sendungen auf /marketing_messages umstellt, und stimm den MM-API-Bedingungen zu, wenn er dich darum bittet. Die Zustimmung ist der eine Schritt, den kein Anbieter für dich erledigen kann.

Wer die API selbst aufruft:

  1. Den MM-API-Bedingungen im WhatsApp Manager für jedes Unternehmen zustimmen, das Marketing-Vorlagen verschickt.
  2. Vorlagen, deren neueste Kategorie MARKETING ist, an /marketing_messages schicken und alles andere bei /messages lassen.
  3. Auf Umstufungen von Vorlagen achten und die Kategorie-Zuordnung aktualisieren, sobald eine kommt.
  4. In einem Testkonto disable_marketing_messages_on_cloud_api einschalten (oder mit product_policy: STRICT senden) und nach Fehlern suchen.
  5. Prüfen, ob die Webhook-Verarbeitung die Kategorie marketing_lite annimmt, damit Zustell- und Lesestatus weiter in den Berichten landen.

Wer ein No-Code-Tool nutzt: Die eingebauten WhatsApp-Business-Cloud-Module von Make, Zapier und n8n setzen auf der Cloud API auf. Prüf, ob dein Tool vor dem Stichtag MM-API-Unterstützung bekommt. Falls nicht, kann ein allgemeiner HTTP-Request-Schritt /marketing_messages mit demselben Vorlageninhalt aufrufen. Unsere Anleitung zu n8n mit der Cloud API zeigt, wie so ein Aufbau zusammenpasst.

Häufige Fragen

Wann funktionieren Marketing-Nachrichten auf der WhatsApp Cloud API nicht mehr?
Ab dem 13. Oktober 2027. Ab diesem Tag stellt Meta WhatsApp-Marketing-Vorlagen nur noch über die Marketing Messages API for WhatsApp zu, am Endpunkt /marketing_messages. Service-, Utility- und Authentifizierungsnachrichten funktionieren weiter auf der Cloud API.
Ist die Marketing Messages API ein anderes Produkt als die Cloud API?
Sie ist ein eigener Endpunkt auf derselben Plattform. Sie nutzt vorhandene Nummern und Vorlagen, ein ähnliches Anfrageformat und dasselbe Abrechnungsmodell, nimmt aber nur Marketing-Vorlagen an. Meta nannte sie zuerst „MM Lite“ und gab sie am 19. November 2025 für alle frei.
Muss ich etwas tun, wenn ich einen Anbieter wie Twilio, 360dialog oder Wati nutze?
Vermutlich zwei Dinge. Der Anbieter muss Marketing-Vorlagen an den neuen Endpunkt schicken, und dein Unternehmen muss den Nutzungsbedingungen der MM API zustimmen, was nur das Unternehmen selbst kann. Bis Oktober 2027 wird der Marketing-Verkehr eines Unternehmens ohne Zustimmung automatisch über die Cloud API umgeleitet, deshalb sieht noch nichts kaputt aus.
Kostet die Marketing Messages API mehr?
Derzeit nicht. Marketing-Nachrichten werden pro zugestellter Nachricht zum selben Marketing-Tarif des Empfängerlandes abgerechnet, den du im Preisrechner nachschlagen kannst. Meta will ab dem zweiten Quartal 2027 in einigen Märkten einen Höchstpreis pro Nachricht vorschreiben und hat noch nicht gesagt, in welchen.
Funktionieren die Zustelloptimierungen in Europa?
Nein. Meta wendet seine Zustelloptimierungen nicht auf Nachrichten an oder aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, dem Vereinigten Königreich, Japan, Südkorea, Nigeria oder Südafrika an, und Klick- und Conversion-Kennzahlen gibt es dort auch nicht.
Betrifft das die WhatsApp-Business-App oder wa.me-Links?
Nein. Die Änderung gilt nur für Marketing-Vorlagen, die über die API der WhatsApp Business Platform verschickt werden. Die kostenlose Business-App, private Konten und Click-to-Chat-Links funktionieren wie bisher.